Feed auf
Postings
Kommentare

Heute war ein besonders trauriger Tag für mich.

Ich musste einen Hund einer guten Freundin von seinen Schmerzen erlösen. Auch wenn er schon 18 Jahre alt war und es richtig war, dass er eingeschläfert werden musste, so war es doch besonders traurig, da ich den Hund schon lange kannte. Es war ein kleiner Wonneproppen. Und wenn man ihn noch vor einigen Monaten gesehen hätte, dann hätte man nicht so schnell damit gerechnet. Doch nun fraß er nicht mehr, war abgemagert (jede einzelen Rippe konnte man sehen), hatte eine vergrößerte Leber sowie eine Niereninsuffizienz  und konnte kaum noch laufen. Er tat mir richtig leid. Aber wie das mit dem Alter so ist. Das Alter ist schneller als manche Jugend. Die Zeit verstreicht eben viel viel schneller.

Das ist die Kehrseite, die traurige Seite, eines Tierarztberufes. Auch wenn man sich vom Kopf her sagt: Es war richtig und vernünftig dies zu Tun, aber in mir leben eben zwei Seelen. Einmal die Kopfseite und die Bauchseite. Und der Bauch hat geschrieen. Der Kopf hat sachlich gearbeitet. Aber immer trennen kann man das eben nicht. Deshalb ist man auch bei solchen Angelegenheiten sehr traurig und nimmt dies auch mit nach Hause.

2 Kommentare auf “Hund eingeschläfert”

  1. Carina Hartmann sagt:

    Lieber Dr. Nösler,

    es ist schön, zu sehen, daß auch Tierärzte nicht wirklich abgestumpft sind, obwohl der Beruf dieses sicherlich erschwert.

    Derzeit informiere ich mich auf über Euthanasie bei Hunden, denn meiner mindestens 14jährigen Hündin geht es auch nicht gut, sie mag überhaupt nicht mehr laufen (trotz Schmerzmittel), zittert die ganze Zeit und klappert mit den Zähnen, hat ständig eine Bürste und verwechselt unser Wohnzimmer neuerdings mit schöner Regelmäßigkeit leider mit einem Hundeklo.

    Bis vor einigen Monaten hat sie noch nach Mäusen gebuddelt, ist im Sommer noch am Rad (allerdings langsam u. nur kleine Strecken mitgelaufen) – daher bin ich mir auch nicht wirklich schlüssig ob und wann man den Schnitt machen sollte.
    Meines Erachtens hat sie keine Lebensfreude mehr – allerdings frißt sie noch gerne Leckerchen. Tja….
    Deswegen werde ich sie in den nächsten Tagen meiner Tierärztin vorstellen und absprechen, wie das weitere Vorgehen sein sollte.

    Glauben Sie mir, auch ich bin ganz traurig, weil meine kleine Edelmaus (wir haben noch zwei andere Hunde) meine ganz spezielle Lieblingshündin ist.

    Daher verstehe ich Sie sehr gut – Kopf und Bauch sind auch bei mir sehr unterschiedlich. Mein Verstand sagt mir, daß es besser wäre, jetzt einen Schlußstrich zu ziehen und mein Herz will sie nicht gehen lassen….Das ist alles echt zu traurig!

    In diesem Sinne, liebe Grüße

    • Dr. Dirk Nösler sagt:

      Liebe Frau Hartmann,

      so zu fühlen und so etwas nachzufühlen, das kann nur jemand, der in seinem Leben schon einmal mit Tieren zusammengelebt hat. Leider gibt es zu viele Menschen, die das nicht nachvollziehen können.
      Wie hat es schon einmal Loriot gesagt: Ein Leben ohne Mops ist möglich – aber sinnlos. Ich möchte es mal auf alle Tiere umformulieren. Die Menschen, die noch nie ein Tier hatten, denen fehlt etwas, ohne das sie es wissen. Woher auch. Sie kennen es nicht anders.

      In diesem Sinne. Ich drück die Daumen, dass alles gut geht.

      Liebe Grüße

      Dirk Nösler

Kommentar abgeben