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Heute war ein Tag, der mir wieder mal zeigt, wie aufmerksam man sein muss wenn man mit Tieren umgeht.

Selbst so banale Dinge wie ein Tier wiegen kann gefährlich werden.

Das hat sich heute wieder gezeigt. Ich gehe mit den Tieren recht locker um. Sie bekommen nur im absoluten Extremfall eine Zwangsmaßnahme, sprich z.B. Maulkorb. Deshalb schaue ich mir auch z.B. die Hunde erst einmal an. Lass sie von der Leine und können bei mir in der Praxis „Zeitung lesen“ sprich schnuppern, wer schon da war. Da mache ich mir schon mein erstes Bild. Der Hund natürlich auch von mir. So lerne ich die Tiere kennen und die Tiere mich. Wenn es möglich ist, bekommen die Patienten auch noch ein Leckerchen, damit eine gewisse Vertrauensbasis, wenn auch nur sehr klein, geschaffen wird.

Aber heute war es kein Hund, sondern eine Katze. Eine kleine muntere süße Katze. Doch diese Katze hatte ihren eigenen Willen. Sie wollte nicht auf dem Arm bleiben. Aber das zeigte sie mir nicht erst durch Fauchen sondern sie griff sofort durch. Ein voller Kratzer durchs Gesicht und knapp am Auge vorbei.

Man kann das natürlich Berufsrisiko nennen, aber ich nenne es einfach Unachtsamkeit. Ich habe nicht aufgepasst und habe nicht auf die Verspannung auf meinem Arm reagiert. So muss ich das sehen und will damit sagen. Auch wenn eine Katze nicht faucht und sofort kratzt, so zeigt sie auf die eine oder andere Art doch eine Abwehrhaltung und warnt uns mit ihrer Körpersprache. Aber die habe ich heute zu spät wahrgenommen.

Nun laufe ich als Strafe mit zwei oder drei können aber auch vier sein (ich weiß es nicht so genau) Kratzern im Gesicht herum.

Die Besitzerin hat sich laufend für ihr Tier entschuldigt, aber sie kann ja wirklich am wenigsten dazu.

In diesem Sinne

Euer Dr. Dirk Nösler

3 Kommentare auf “Als Tierarzt lebt man gefährlich”

  1. Petra sagt:

    Jetzt komme ich das erste Mal hierher und mußte gleich schmunzeln. Wenn ich es nicht besser wüßte, hätte ich gesagt ich war in Ihrer Praxis und hatte unsere Peppino dabei. Wenn sie sehr gut drauf ist, faucht sie vorher. Aber oft kratzt sie ohne Vorwarnung. Eine richtige Zicke die nicht einfach so auf den Arm genommen werden mag. Recht hat sie.

    LG Petra

  2. Dr. Dirk Nösler sagt:

    Hi Nina,
    ich hoffe, es ist alles wieder verheilt. Ich hätte übrigens genauso gehandelt. Ein Tier, was die Krallen zeigt, muss man nicht einschläfern oder sofort ins Tierheim bringen. Alles hat einen Grund, wie sich ein Tier verhält. Manchmal müssen nur die „Machtverhältnisse“ geklärt werden. Auch meine alte, jetzt mittlerweile 18 Jahre alte Katze (oder auch älter. Ich weiß es nicht so genau, da aus schlechter Haltung übernommen) war mal ganz anders. Sehr wild und ungestüm. Zeigte hie und da die Krallen. Aber wir haben uns zusammen gerauft. Und das nun schon seit 15 Jahren. Mittlerweile eine ganz liebe, alte Katze. Manchmal muss man einfach mit den Tieren ein wenig Geduld haben. Und nach der Geduld kommt das Dankeschön von dem Tier automatisch. Denn Tiere geben einem sehr viel.

    Viele Grüße
    Dr. Dolittle

  3. nina sagt:

    Es war wenigstens ein fremdes Tier!
    Ich besitze einen jähzornigen Kater, der hat mir ohne Vorwarnung so den Arm zerrkratzt und zerbissen, dass ich eine Gipsschiene bekommen habe.
    Ausversehen hat er mir auch in die Wade gebissen, 2 cm tief, da hatte ich dann ein Gipsbein und war 6 Wochen krank, da es bis zu Faszie suppte!
    Wir haben das dann geklärt, nicht demokratisch, aber so das er es verstanden hat! Jetzt ist er das liebste Tier, ungelogen, und benimmt sich.
    Falls Sie fragen wollen, warum er noch hier wohnt, ich habe es nicht über das Herz gebracht ihn abzugeben oder einzuschläfern, denn ich habe ihn verzogen.

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