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Wie versprochen gibt es nun eine Stellungnahme zum Tierheim Manresa.

Ich habe hierzu den Kommentar aus dem Artikel Sommerfest Tierheim Manresa hier rein kopiert. Lest Ihn aufmerksam. Da hat sich jemand sehr viel Mühe gegeben, das zu verdeutlichen, was dort in Manresa abgelaufen ist.

Liebe Freunde und Förderer des Tierheimes Manresa,

auf dem Sommerfest des ETN (früher Fest des Tierheimes Manresa) habe ich versprochen, einige Nachrichten über die Ereignisse in Manresa darzustellen:
Zu meiner Person, die mich nicht kennen: ich habe mir im Februar 1998 meinen ersten Hund aus dem Tierheim Manresa auf dem Luftwege kommen lassen und aufgrund der katastrophalen Lage dort begonnen, das Tierheim gemeinsam mit Heike und Heino te Laak tatkräftig zu unterstützen. So sind wir kurze Zeit nach Ankunft von Brahms (dem weißen Riesen aus Hückelhoven) mit Sachspenden und Anhänger nach Manresa gefahren, haben Heidi und die anderen unermüdlichen Helfer vor Ort kennengelernt und angefangen, zunächst die alten Hunde und Langzeitinsassen nach Deutschland zu holen und hier zu vermitteln. Hinzukam durch Heino der sehr sehr aufwändige Aufbau und die laufende Betreuung der allen bekannten Internetseiten. Dann kamen nach einer langwierigen Prozedur die ersten Teilnahmen an der WDR-Sendung Tiere suchen ein Zuhause, die anfänglich sehr gute Erfolge hinsichtlich der auch im Hintergrund im Tierheim noch wartenden Vierbeiner. Alle Jahre durch hatte ein außerordentlich guter Kontakt zu Heidi Straub bestanden, der sehr schnell in eine enge Freundschaft mündete.

Das Tierheim Manresa wird dort durch einen gemeinnützigen Verein mit ca. 500 Mitgliedern geführt und lebt von der Unterstützung der Bezirksregierung, des ETN und den vielen Spenden deutscher Tierliebhaber.

Im MÄrz diesen Jahres fand wie alljährlich die Mitgliederversammlung des Vereins in Manresa statt. In dem bisher 16-köpfigen Vorstand, der ausschließlich ehrenamtlich tätig sein kann, befanden sich immer eine Handvoll Mitglieder, die mit den Maßnahmen im Zusammenhang mit der Führung des Tierheimes nicht einverstanden waren und immer alles besser machen wollten.

Nun hat diese Handvoll Vorstandsmitglieder sich vor der Versammlung auf den Weg gemacht und versucht, so viele Vereinsmitglieder wie möglich persönlich aufzusuchen und sich von diesen eine Vollmacht für die Mitgliederversammlung unterschreiben zu lassen. Insgesamt konnten sie so über 160 Stimmen auf sich vereinen. Heidi selbst erhielt standardmäßig ca. 60 Stimmen, vor allem auch von den in Deutschland wohnenden Mitgliedern. Auf der Mitgliederversammlung stellten die „stänkernden“ Vorstandsmit-
glieder den Antrag, den Vorstand abzusetzen und einen neuen Vorstand zu wählen. Da das nach der Tagesordnung nicht vorgesehen war, wurde der Antrag abgelehnt. Daraufhin kam es aufgrund der vielen Vollmachten zur Einberufung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung, die direkt im Anschluss an die ordentliche Versammlung statt fand und dann wurde dort der bisherige Vorstand abgewählt und die Handvoll „Abtrünniger“ wählten sich in den neuen Vorstand und gleichzeitig ein paar Mitläufer, die sie aktivieren konnten. Heidi wurde noch gleich nach der Versammlung der Schlüssel für das Tierheim, das Handy etc. abgenommen und das wars dann. Das Problem an der Angelegenheit war, dass die vollmachtgebenden Personen allerdings dem neuen Vorstand keine Vollmacht für die Einberufung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung und für die Abwahl des alten und Neuwahl eines neuen Vorstandes gegeben hatten.

Daher besteht rein theoretisch die Möglichkeit, gegen diese neue Vorstandswahl rechtlich vorzugehen. Hierfür ist noch eine Frist bis zum 30.09.2010 gegeben.

Nach der Abwahl von Heidi kam es dann zu ihrem einigen von Euch zugesandten Brief, der so ganz nicht verständlich war. Aber hier müssen wir Heidi die Aufregung zugute halten, dass sie nach immerhin gut 20 Jahren Aufbauarbeit im Tierheim raus geschmissen wurde.
Heidi hat einige Tage nach ihrer Abwahl dem neuen Vorstand sämtliche Akten, Unterlagen und sonstigen Dinge vollständig übergeben, trotzdem hat es der neue Vorstand nicht für nötig gehalten, sich wohl auch bis heute mit den Pflegestellen der über 20 Tiere in Deutschland in Verbindung zu setzen, sich vorzustellen und über das weitere Vorgehen zu informieren.

Ich selbst bin dann Anfang Mai zum Tierheim gefahren um die sich noch bei uns befindlichen im Eigentum des Tierheimes stehenden Transportboxen, Kratzbäume, Halsbänder etc. persönlich zu überbringen, denn ich will mir nicht nachsagen lassen, dass die Deutschen die Dinge behalten würden.

Im Tierheim habe ich dann die neue Vorsitzende, Rafaela und ihre Vertreterin, Irene, die gebrochen Deutsch spricht, kennen gelernt. Gleichzeitig war auch eine Journalistin der örtlichen Tageszeitung (Regio 7) anwesend, die Fotos von meiner Ankunft und ein Interview mit mir gemacht hat. Rafaela befragte sie, was sie im Tierheim wolle und hat dann nach Erhalt der Antwort sie und die Fotografin aus dem Tierheim rausgeworfen. Wir haben dann die Fotos und das Interview dann halt vor dem Tor gemacht. Auf meine konkrete Frage hin, was der neue Vorstand denn nun besser als der alte machen wolle, konnte sie nur antworten, dass nun einerseits sämtliche Hunde bis Barcelona (Umkreis von 60 km) aufgenommen und alle Leishmaniosehunde therapiert würden. Zur Aufnahme sämtlicher Hunde ist anzuführen, dass es bisher so war, dass das Tierheim grundsätzlich voll war und daher gerade Hunde von Bewohnern, die nicht zum Kreis Manresa gehörten, in die dortigen Tierheime verwiesen wurden. Ebenfalls wurden die Besitzer, die ihre Hunde im Tierheim abgeben wollten, zunächst aufgefordert, ihr Tier impfen, entwurmen, chippen und kastrieren zu lassen, damit das Tierheim nicht auf den Kosten hängenbleiben würde. Das hat dann doch viele BEsitzer dazu gebracht, die Tiere zu behalten und nicht einfach abzuschieben. Aber die Leishmaniosekandidaten sollten dann alle nach Deutschland vermittelt werden, ebenfalls Listenhunde. Die beiden DAmen waren völlig überrascht, dass das wohl nicht in Frage kommen würde. Ein weiterer Punkt war, dass wir hier in Deutschland immerhin ca. 50 % des jährlichen Etats des dortigen Tierheimes zusammengesammelt und nach dort überwiesen haben und wir von hier aus zunächst das weitere Einsammeln von Geldern gestoppt haben, bevor wir nichts Näheres über den neuen Vorstand wussten.
Nun bettelte der neue Vorstand bei mir die Beziehung wieder aufzunehmen, aber wir haben gerade im Hinblick auf die unqualifizierten Äußerungen abgelehnt. Denn hinzu kam, dass wir vierteljährlich durch Einsammeln von Futterspenden immer einen großen Transporter voll Futter-, Medikamenten- und Arzneimittelspenden nach Spanien schicken konnten oder auch selbst gefahren sind und nun auf einmal der Vorstand kein vom Mindesthaltbarkeitsdatum her abgelaufenes Futter mehr verfüttern wollte.

Am gleichen Tag, an dem das mit mir geführte Interview in der Regio 7(an einem Samstag eine halbe Seite) erschien, erschien auch ein INterview mit dem Leiter der Tierklinik, die mit dem Tierheim eng zusammen gearbeitet hat. Auch der dortige Tierarzt hat gleichzeitig die Zusammenarbeit dem Tierheim aufgekündigt, da es erhebliche Probleme mit dem Verbleib der für das Tierheim verwahrten Hunde gab.
Die Hunde und Katzen werden nach ihrem Einfangen zunächst in die Tierklinik gebracht, ärztlich untersucht, Altersbestimmung usw. durchgeführt und kommen danach wieder ins Tierheim. Im Zeitpunkt des Vorstandswechsels befanden sich sieben oder acht Hunde in der Tierklinik, die auf einmal durch das Tierheim nicht mehr abgenommen werden sollten. Wenn ich richtig informiert bin, sollte dann sogar die Tierklinik auf einmal dafür bezahlen, dass das Tierheim die Hunde aufnimmt. Das war dann des Guten zuviel.

Übrig geblieben ist dann eine vierjährige Beaglemixhündin, ca. 40 cm hoch, superlieb und brav, die ab Mitte März in der Tierklinik war. Zu allem Überfluss war sie auch noch trächtig und brachte dann am 19.05.2010 sechs gesunde Welpen zur Welt. Cuca, so heißt die süße Hündin, habe ich Anfang Mai in der Tierklinik kennen gelernt und ich habe sie und die letzten zwei Welpen am Tage des ETN-Festes dann bei mir zur Pflege aufgenommen. Bis dahin konnten in Spanien noch 4 der Welpen vermittelt werden, einer auf dem Tierheimfest und einer ist derzeit noch übrig. Voraussichtlich morgen werden aber die zwei Welpen zusammen in die neue Familie nach Hagen umziehen und der zweite wird von dort aus vermittelt.
Jetzt sucht noch die wirklich superbrave und völlig hundeverträgliche Cuca ein neues Zuhause. Sie hat nur das Problem, dass sie über erheblichen Jagdtrieb verfügt. ABer ich werde Dr. Nösler bitten, eine genauere Beschreibung mit Bild auf seiner Internetseite zu veröffentlichen.

Nun zurück zum Tierheim Manresa: Nach dem Rausschmiss von Heidi sind sehr viele Empfehlungen für Heidi abgegeben worden, sie solle dagegen vorgehen und sich nichts gefallen lassen, sie hat alle Chancen, dass die Vorstandswahl rückgängig gemacht wird und eine neue Vorstandswahl durchzuführen sei. Allerdings geht das nur über die örtlichen Gerichte und das wird mindestens 9 Monate dauern. Nur bis dahin ist das Tierheim heruntergewirtschaftet und Heidi steht vor einem SCherbenhaufen, der mit unmenschlichem Zeit- und Arbeitsaufwand wieder gekittet werden muss. Am liebsten würde Heidi bei einer Wiederwahl lediglich als Schaltstelle zwischen Spanien und Deutschland fungieren, aber das würde bedeuten, dass jemand bereit sein müsste, den hauptamtlichen Vorstand mit dem Fulltimejob zu übernehmen. Diesen zu finden ist wiederum das Schwierigste. Die BEzirksregierung hat den neuen Vorstand in einem Interview in der Zeitung aufgefordert, sich mit den Deutschen zu arrangieren, da keine weiteren öffentlichen Gelder zu erhalten seien.
Nach Befragen der engsten Mitarbeiter des Tierheimes hat sich ergeben, dass sich nichts wesentliches geändert hat und das nach immerhin gut 3 Monaten. Statt dessen hat man die Quarantänestation für die Katzen aufgelöst, um mehr Tiere unterzubringen, schwerer zu vermittelnde Hunde von der Käfigreihe am Eingang des Tierheimes in die letzte Ecke verfrachtet und stattdessen die „hübschen“ Tiere direkt in den Eingangsbereich verfrachtet, eine große gemauerte Futtermischanlage abgerissen, weil man ja nur noch eine Futtersorte füttert und daher eine Mischerei nicht mehr in Frage kommt.
Natürlich sollten wir Menschen bei allen BEfindlichkeiten auch immer an das Wohl der Tiere denken, aber wie sollen wir hier in Deutschland die Vermittlungstätigkeit in unserem Sinne mit Akribie und Sorgfalt durchführen, wenn in Spanien keine verläßlichen Partner sitzen. Alle diejenigen, die einen Hund aus dem Tierheim manresa vermittelt bekommen haben, wissen genau, welchen Aufwand wir hier (ehrenamtlich) betrieben haben, um wirklich die richtige endgültige Stelle für ein Tier zu finden. Daher sind die Rückkehrquoten auch nur bei 2 % der vermittelten Tiere gewesen und diese Quote ist schon zu viel.

Wie es im Moment weitergeht, weiß ich auch nicht, ggfs. hilft uns die Zeit, weil dem Tierheim langsam aber sicher das Geld ausgeht und vielleicht dann ganz schnell eine VEränderung eintritt. Wir stehen hier immer noch in den Startlöchern, um die ganze Maschinerie wieder in GAng zu setzen. Die Internetseite des TH Manresa war eine von uns ganz allein aufgebaute Seite und war so strukturiert, dass Heidi in Spanien die Infos und E-Mails erhielt und dann verteilte. Sie hat uns mit Fotos, Artikeln, Beschreibungen etc. versorgt, die wir dann von hier aus reingestellt hatten. Mit der Vorstandsveränderung haben wir unsere Tierheimseite gesperrt und vom Server genommen, können diese aber jederzeit wieder ins Leben rufen. Nur was hilft eine INternetseite, wenn von Spanien aus keine INformationen kommen.

Am Tage des ETN-Festes rief Heidi mich an und teilte mir mit, dass die Bezirksregierung auf sie zugekommen sei und sie über ein ca. 50 km entferntes Tierheim angesprochen habe. Dort würden über 200 Hunde einsitzen und es wäre übervoll und ob Heidi uns in Deutschland aktivieren könnte, um diesem Tierheim zu helfen. Heidi ist derzeit damit betraut, sich über dieses Tierheim allumfassend zu informieren und uns dann Bericht zu erstatten. Wir werden sehen, und den Bericht von Heidi abwarten.

So, das wars in einigermaßener Kürze und ich werde bei entsprechenden neuen Nachrichten weitere Informationen hier bekannt geben. Viele Grüße Volkmar

6 Kommentare auf “Stellungnahme zur Zusammenarbeit mit dem Tierheim Manresa”

  1. Kerstin sagt:

    Wer weiss wo ich Heidi erreiche.Dank ihr haben wir seit neun Jahren einen wundervollen Hund.Bin totall erschüttert über diese Zeilen.Jedes Jahr schreibe ich Karten,seit letzten kommt keine Nachricht.Liebe Heidi nochmals vielen Dank für die ganzen Jahre.Tierschutz soll kein Komerz werden.Hier geht es um Leben und nicht um gute Zahlen.Was ist nur mit uns Menschen los.Wir sind nicht die einzigen auf der Erde.

  2. Iris sagt:

    Ich verfolge das ganze auch schon seit erhalt von Heidi’s Brief. Seitdem begleitet mich die Angst um die Tiere in Manresa.
    Auch wenn es heißt, dass die Situation vor Ort erst einmal eskalieren muß, hoffe ich doch sehr, dass sich etwas tut und auch künftig wieder Manresa Hunde und Katzen vermittelt werden können.
    Grüße auch von den Ex-Manresianierinnen Ulleta und Loppe

  3. Hallo,

    wie ist es denn nun weiter gegangen?
    Wie geht es Heidi?
    Gibt es keine neuen Nachrichten?

    Viele Grüße
    Alex

    • Dr. Dirk Nösler sagt:

      Hallo Alex,

      zur Zeit gibt es keine neuen Nachrichten. Wenn ich etwas höre, werde ich es hier schreiben.

      Viele Grüße

      Dirk

  4. Marion Husistein sagt:

    Vielen Dank für den ausführlichen Bericht. ich habe ja auch über eine lange Zeit in meinem näheren Umfeld Kontrollbesuche durchgeführt, ehe ein Tier vermittelt wurde. Ich weiß, das dies seitens von Heidi sehr verantwortungsbewußt gehandhabt wurde.
    Es ist schlimm, das die verbliebenen Tiere nun so direkt von allem betroffen sind.
    Ich habe nach dem Erhalt des Briefes von Heidi ein Schreiben an den Bürgermeister von Manresa gesandt. Er hat zwar die Leistungen und auch die Person Heidi Straub sehr gelobt, aber ansonsten neutral verhalten.
    Vielleicht nimmt ja doch noch alles ein gutes Ende.

  5. Mona sagt:

    Danke für diesen ausführlichen Bericht. Nun kann man sich wenigstens mal ein besseres Bild zur Lage Manresa machen. Ist schon schlimm, was da abgelaufen ist. Ich hoffe die Tiere im Tierheim Manresa haben darunter nicht zu leiden und der neue Vorstand öffnet mal die Augen, dass es nicht so einfach mit der Leitung eines Tierheims ist. Sie sollten eher mal die Leistung von Heidi anerkennen, als sich nur in den Vordergrund zu stellen.

    Ich hoffe es nimmt ein gutes Ende für die Tiere.

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