Alle Beiträge von Dr. Dirk Nösler Tierarzt Grevenbroich Kapellen

Ich bin seit 1994 approbierter Tierarzt und arbeite seit 2000 in eigener Tierarztpraxis in Grevenbroich. Mein Blog Tagebuch eines Tierarztes erzählt lustige, skurile aber auch traurige Geschichten aus der Tierarztpraxis Grevenbroich Kapelen.

Gespräch nach einer Kastration

Heute habe ich eine Kastration bei einem Hund durchgeführt. Nicht, dass das eine Besonderheit ist, aber man kam nach der Kastration ins Gespräch und ich wurde von der Besitzerin gefragt, ob der Rüde sich beim Pinkeln nun wie eine Hündin hinsetzt und nicht mehr das Bein hebt. Wenn das der Fall ist, sagte die Besitzerin, dann lass ich meinen Mann auch kastrieren, weil er sich dann auch beim Pinkeln auf die Toilette hinsetzen wird.

Eine Geschichte, die ich als Mann nicht so witzig fand 😉

Aber wo sie recht hat, hat sie recht

Arbeiten an einem Sonntag

Heute war mal wieder der normale sonntägliche Wahnsinn. Eigentlich hatte ich vor ein wenig länger im Bett liegen zu bleiben und einfach mal auszuspannen. Doch dem war leider nicht so. Um 08:00 Uhr ging das Telefon. Ein Notfall. Am Telefon wurde mir nur gesagt, es sei ein Tumor, der von gestern auf heute gewachsen sei. In der Stimme des Tierbesitzers hörte man förmlich die Angst um sein Tier. Ich machte also sofort einen Termin in der nächsten halben Stunde fest und trafen uns dann an der Tierarztpraxis. Weinend und besorgt um das Tier traf der Besitzer pünktlich in der Praxis ein. Es war ein gerade geschlechtsreifer Rüde von 7 Monaten. Ich fragte, wo denn der Tumor sitzen würde. Am Geschlechtsteil bekam ich zur Antwort. Da musste ich ein wenig schmunzeln, denn der Tumor entpuppte sich als ganz normale Körperfunktion. Ich erklärte dem Besitzer, dass das ganz normal sei. Ihr Hund sei eben nur ein wenig erregt. 🙂 Ich fragte, ob bei Ihnen eine heiße Hündin in der Nachbarschaft sei. Ich bekam sofort ein lautes ja. Sehn sie, dass ist der Grund für diese Schwellung.

Als der Besitzer das hörte, musste er auch lauthals lachen. Man sah förmlich wie seine Besorgnis um seinen Hund von ihm abfiel.

Auch wenn das heute gut ausgegangen ist, so muss man die Sorge und Angst der Tierbesitzer immer ernst nehmen, denn beim nächsten Mal kann es schon sehr viel ernster sein.

Eine brenzlige Situation

Es gibt Situationen, die muss man nicht umbedingt haben. Da war ich auf einem Hausbesuch bei einem bissigen  Rottweiler-Mischling. Der wurde auch zumeist im Zwinger gehalten und ließ sich nicht so ohne weiteres behandeln. Also gaben wir dem Hund Beruhigungsmittel. Nach einer halben Stunde lag der Hund friedlich schlafend in seinem Zwinger (so dachten wir) und haben es gewagt die Zwingertür zu öffnen. Doch so schnell, wie die Tür offen war, war sie auch wieder zu. Der Hund stand zähnefletschend vor einem. Doch als die Tür wieder zu war, viel der Hund wie ein nasser Sack wieder in sich zusammen und schlief.

Da ging es nur noch mit Narkose.  Der Hund konnte behandelt werden und wir haben auch gleichzeitig noch den Zahnstein entfernt. Später hat sich herausgestellt, dass der Hund so agressiv war, weil er Schmerzen hatte. Als wir dann eine Behandlung mit Schmerzmitteln begonnen haben, wurde der Hund auch deutlich ruhiger und konnte ohne Narkose behandelt werden. Aber zu dem Zeitpunkt, als er Schmerzen hatte, hat eine reine Beruhigung bei ihm nicht geholfen. Es war schon eine brenzlige Situation, die man nicht immer haben möchte.

Man muss in jeder Situation immer auf der Hut sein. Ansonsten läuft man Gefahr verletzt zu werden.

Der Tierarztberuf ist nicht immer ungefährlich aber sehr aufregend.

Hund eingeschläfert

Heute war ein besonders trauriger Tag für mich.

Ich musste einen Hund einer guten Freundin von seinen Schmerzen erlösen. Auch wenn er schon 18 Jahre alt war und es richtig war, dass er eingeschläfert werden musste, so war es doch besonders traurig, da ich den Hund schon lange kannte. Es war ein kleiner Wonneproppen. Und wenn man ihn noch vor einigen Monaten gesehen hätte, dann hätte man nicht so schnell damit gerechnet. Doch nun fraß er nicht mehr, war abgemagert (jede einzelen Rippe konnte man sehen), hatte eine vergrößerte Leber sowie eine Niereninsuffizienz  und konnte kaum noch laufen. Er tat mir richtig leid. Aber wie das mit dem Alter so ist. Das Alter ist schneller als manche Jugend. Die Zeit verstreicht eben viel viel schneller.

Das ist die Kehrseite, die traurige Seite, eines Tierarztberufes. Auch wenn man sich vom Kopf her sagt: Es war richtig und vernünftig dies zu Tun, aber in mir leben eben zwei Seelen. Einmal die Kopfseite und die Bauchseite. Und der Bauch hat geschrieen. Der Kopf hat sachlich gearbeitet. Aber immer trennen kann man das eben nicht. Deshalb ist man auch bei solchen Angelegenheiten sehr traurig und nimmt dies auch mit nach Hause.

Der lachende Hund

Heute war es mal wieder sehr schön. Ein Tag der alles hatte, was man sich als Tierarzt so wünscht.

Heute war ein Hund bei mir, der gelacht hat. Viele würden nun sagen: Ein Hund der lacht? Das gibt es nicht. Aber ich habe Ihn kennengelernt. Er hieß Fritz, ein Border Collie und er hat mich angelacht. Er hat sich gefreut bei mir in der Tierarztpraxis zu sein. Es gab Leckerchen von mir und er freute sich. Ich glaube er hat danke gesagt. Ist es nicht schön so unbescholten ein lächeln zu bekommen? Das zeigt mir immer wieder, dass sich dieser Beruf  lohnt. Nicht nur das die Besitzer glücklich sind, danke sagen und einen anlachen, nein, auch ein Hund macht es und das noch natürlicher als irgendein Mensch ohne irgendeinen Hintergedanken.

Es war ein schöner Tag  🙂

Warum bin ich Tierarzt geworden?

Warum wird man Tierarzt?

Wie kommt man zu dem Einen oder Anderen Beruf? Bei mir war es so. Ich bin mit meinen Eltern in meiner Kindheit regelmäßig in den Ferien auf einem Bauernhof gewesen, auf dem wir (mein Bruder und ich) uns pudelwohl (meine erste Begegnung mit Hunden 🙂 ) gefühlt haben. Aber nicht nur das ich mich pudelwohl gefühlt habe, nein, es gab Kühe, Esel, Schweine und noch andere Hunde mit denen wir Umgang hatten. Auch ein Reh, was sich verletzt hatte und wieder aufgepäppelt werden musste gab es auch mal dort. Es war so eine gute Erfahrung  mit Tieren umzugehen, dass mich die Tiere nicht mehr losließen und wir immer Tiere zu Hause hatten. Ob es Wellensittiche waren Fische oder auch Katzen, bei uns zu Hause war immer Leben und es wurde durch die Tiere nie langweilig. Dadurch , dass ich mit Tieren aufgewachsen bin, habe ich die Nähe und Beziehung zu Tieren aufbauen können bzw. dürfen. Das ist ja heute leider nicht mehr so Gang und Gebe.

Dadurch hat sich mein Traumberuf  Tierarzt entwickelt, den ich glücklicherweise auch ausüben darf. An dem Verhältnis zum Tier hat sich bei mir seit meiner Kindheit nichts geändert, außer dass ich vieles mit anderen Augen sehe. Ich bin ja auch älter geworden 😉 .

Ich bin aber froh einen Beruf zu haben, wovon viele, vor allem Mädchen und Frauen nur träumen. Auch wenn es mit viel Arbeit zu tun hat und nicht immer die rosa – leuchtende und heile Welt ist. In der Tierarztpraxis bekommt man auch vieles zu sehen, was nicht umbedingt immer schön ist. Aber der wieder gesunde glückliche Hund oder die gesunde glückliche Katze macht den Beruf so schön.

Über mich, Animalforlife Tiershop und den Animalforlife Blog

Willkommen auf meinem neuen Blog. Ich bin Tierarzt und betreibe neben meiner Praxis mit meiner Frau einen Tiershop mit ausgwählten Tierartikeln rund um Hund, Katze und den anderen kleinen süßen zwei und Vierbeinern. In meinem Blog möchte ich neue Produkte aus meinem Tiershop vorstellen und auch in regelmäßigen Abständen interessante Artikel rund um Tiere veröffentlichen. Auch will ich nette und skurile Geschichten aus der Tierarztpraxis schreiben.