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Als Tierarzt lebt man gefährlich

Heute war ein Tag, der mir wieder mal zeigt, wie aufmerksam man sein muss wenn man mit Tieren umgeht.

Selbst so banale Dinge wie ein Tier wiegen kann gefährlich werden.

Das hat sich heute wieder gezeigt. Ich gehe mit den Tieren recht locker um. Sie bekommen nur im absoluten Extremfall eine Zwangsmaßnahme, sprich z.B. Maulkorb. Deshalb schaue ich mir auch z.B. die Hunde erst einmal an. Lass sie von der Leine und können bei mir in der Praxis „Zeitung lesen“ sprich schnuppern, wer schon da war. Da mache ich mir schon mein erstes Bild. Der Hund natürlich auch von mir. So lerne ich die Tiere kennen und die Tiere mich. Wenn es möglich ist, bekommen die Patienten auch noch ein Leckerchen, damit eine gewisse Vertrauensbasis, wenn auch nur sehr klein, geschaffen wird.

Aber heute war es kein Hund, sondern eine Katze. Eine kleine muntere süße Katze. Doch diese Katze hatte ihren eigenen Willen. Sie wollte nicht auf dem Arm bleiben. Aber das zeigte sie mir nicht erst durch Fauchen sondern sie griff sofort durch. Ein voller Kratzer durchs Gesicht und knapp am Auge vorbei.

Man kann das natürlich Berufsrisiko nennen, aber ich nenne es einfach Unachtsamkeit. Ich habe nicht aufgepasst und habe nicht auf die Verspannung auf meinem Arm reagiert. So muss ich das sehen und will damit sagen. Auch wenn eine Katze nicht faucht und sofort kratzt, so zeigt sie auf die eine oder andere Art doch eine Abwehrhaltung und warnt uns mit ihrer Körpersprache. Aber die habe ich heute zu spät wahrgenommen.

Nun laufe ich als Strafe mit zwei oder drei können aber auch vier sein (ich weiß es nicht so genau) Kratzern im Gesicht herum.

Die Besitzerin hat sich laufend für ihr Tier entschuldigt, aber sie kann ja wirklich am wenigsten dazu.

In diesem Sinne

Euer Dr. Dirk Nösler