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Frau fassungslos Teil 2

Ich wollte ja noch berichten, wie es mit dem Hund war, von dem ich in Teil 1 (Frau fassungslos) geschrieben habe.

Heute war er wieder in meiner Praxis zum Impfen. Wir waren gewappnet. Er zeigte aber heute ein ganz anderes Verhalten als vor einigen Tagen. Nicht mehr sein Frauchen war mit, sondern sein Herrchen. Es war ein himmelweiter Unterschied. Der Hund wusste sofort wo es lang ging. Wir haben zwar sicherheitshalber doch einen Maulkorb angezogen, aber ich bin mir sicher, wir hätten ihn nicht gebraucht. Denn das Herrchen strahlte eine ganz andere Autorität aus, als das Frauchen vor ein paar Tagen.

Man sieht, durch das Ändern des Auftretens des Besitzers, ändert sich auch das Verhalten des Tieres. Man meint, es sei doch nichts neues, aber es gibt genug Besitzer, die sich nicht so verhalten bzw. nicht so verhalten können oder wollen. Aber manchmal sind es eben nur Kleinigkeiten, die das Leben mit Tieren leichter und schöner machen.

Ein Telefon gibt die Diagnose

Im Sommer kam ein Hund zu mir in die Praxis, der leicht taumelte. Der Besitzer dachte schon an einen Gehirnschlag. Doch alle Symptome die er zeigte sprachen nicht dafür. Wir haben geröntgt, ein Blutbild gemacht, haben alles mögliche getan um herauszufinden was mit dem Tier war. Doch wir kamen zu keinem Ergebnis. Alle Ergebnisse zeigten: Das Tier ist gesund. Aber irgendetwas musste es ja sein. Ein Fall, der für mich sehr unbefriedigend war. Die ganze Untersuchung dauerte insgesamt fast zwei Stunden. Wir vermuteten schon einen Hitzschlag, doch dafür hatten wir auch nicht all zu viel Anhaltspunkte, denn der Hund war nur kurz im Garten um sein Geschäft zu machen. Auch wenn es sehr heiß war an diesem Tag, für einen Hitzschlag war der Hund zu kurz draußen.

Das Telefon des Besitzers klingelte und als er auflegte sagte er mit einem schmunzeln: Ich weiß was der Hund hat. Ich muß Ihn wohl angeschaut haben wie ein Auto. Er ist betrunken, sagte der Besitzer. Ich konnte ihm fast nicht glauben. Aber er sagte: Er hat die angegorenen Pflaumen auf unserer Terasse gefressen. Meine Frau hatte die Pflaumen in die Sonne gestellt und der Hund hat die durch die Hitze gegorenen Pflaumen gefressen.

Ich musste schmunzeln und sagte dem Besitzer nur, dass er wohl morgen einen dicken Kopf haben wird.

Ich musste mal wieder feststellen, dass es manchmal doch besser wäre, wenn Tiere sprechen könnten, dann brauch man kein Telefon um eine Diagnose zu bekommen. Und ich hätte das Lallen des Hundes im Alkoholrausch gehört.

Gespräch nach einer Kastration

Heute habe ich eine Kastration bei einem Hund durchgeführt. Nicht, dass das eine Besonderheit ist, aber man kam nach der Kastration ins Gespräch und ich wurde von der Besitzerin gefragt, ob der Rüde sich beim Pinkeln nun wie eine Hündin hinsetzt und nicht mehr das Bein hebt. Wenn das der Fall ist, sagte die Besitzerin, dann lass ich meinen Mann auch kastrieren, weil er sich dann auch beim Pinkeln auf die Toilette hinsetzen wird.

Eine Geschichte, die ich als Mann nicht so witzig fand 😉

Aber wo sie recht hat, hat sie recht

Arbeiten an einem Sonntag

Heute war mal wieder der normale sonntägliche Wahnsinn. Eigentlich hatte ich vor ein wenig länger im Bett liegen zu bleiben und einfach mal auszuspannen. Doch dem war leider nicht so. Um 08:00 Uhr ging das Telefon. Ein Notfall. Am Telefon wurde mir nur gesagt, es sei ein Tumor, der von gestern auf heute gewachsen sei. In der Stimme des Tierbesitzers hörte man förmlich die Angst um sein Tier. Ich machte also sofort einen Termin in der nächsten halben Stunde fest und trafen uns dann an der Tierarztpraxis. Weinend und besorgt um das Tier traf der Besitzer pünktlich in der Praxis ein. Es war ein gerade geschlechtsreifer Rüde von 7 Monaten. Ich fragte, wo denn der Tumor sitzen würde. Am Geschlechtsteil bekam ich zur Antwort. Da musste ich ein wenig schmunzeln, denn der Tumor entpuppte sich als ganz normale Körperfunktion. Ich erklärte dem Besitzer, dass das ganz normal sei. Ihr Hund sei eben nur ein wenig erregt. 🙂 Ich fragte, ob bei Ihnen eine heiße Hündin in der Nachbarschaft sei. Ich bekam sofort ein lautes ja. Sehn sie, dass ist der Grund für diese Schwellung.

Als der Besitzer das hörte, musste er auch lauthals lachen. Man sah förmlich wie seine Besorgnis um seinen Hund von ihm abfiel.

Auch wenn das heute gut ausgegangen ist, so muss man die Sorge und Angst der Tierbesitzer immer ernst nehmen, denn beim nächsten Mal kann es schon sehr viel ernster sein.

Der lachende Hund

Heute war es mal wieder sehr schön. Ein Tag der alles hatte, was man sich als Tierarzt so wünscht.

Heute war ein Hund bei mir, der gelacht hat. Viele würden nun sagen: Ein Hund der lacht? Das gibt es nicht. Aber ich habe Ihn kennengelernt. Er hieß Fritz, ein Border Collie und er hat mich angelacht. Er hat sich gefreut bei mir in der Tierarztpraxis zu sein. Es gab Leckerchen von mir und er freute sich. Ich glaube er hat danke gesagt. Ist es nicht schön so unbescholten ein lächeln zu bekommen? Das zeigt mir immer wieder, dass sich dieser Beruf  lohnt. Nicht nur das die Besitzer glücklich sind, danke sagen und einen anlachen, nein, auch ein Hund macht es und das noch natürlicher als irgendein Mensch ohne irgendeinen Hintergedanken.

Es war ein schöner Tag  🙂