Schlagwort-Archive: Tierarzt

Seelsorge am Telefon

Das Zuhören gehört bei mir auch dazu. So wie die Tage. Da rief mich jemand an, der einfach nur reden wollte. Der Anrufer klagte mir sein Leid und ich hörte zu. Dem Anrufer ging es weniger um das Tier. Er wollte einfach mal ernst genommen zu werden. Das Tier war nur der Vorwand. Nun kann man sagen, die sollen sich an die Kirche wenden oder an eine andere soziale Einrichtung. Aber für mich gehört ein nettes Gespräch mit zum Tierarztleben. Wer Tierarzt sein will, der muss nicht nur gut behandeln können und wie ein Roboter agieren, der muss auch menschlich sein und zuhören können. Mir macht der Beruf gerade deshalb sehr viel Spass.

Danke an Frauchen und Herrchen

Gestern war, wie ich schon geschrieben habe, St. Martin. Und ich möchte allen Herrchen und Frauchen ein großes Danke aussprechen, dass sie gestern Geduld mit mir hatten.  Es lief nämlich folgendermaßen ab:

Ich war in der Behandlung und es schellte. Draußen fingen die Kinder an zu singen. Ich also zur Tür, mir den Gesang angehört. Dann die Kinder gelobt für einen super Gesang. Tüten mit den Süßigkeiten und Mandarinen gegeben. Dann wieder zum zu behandelnden Tier. Es konnte auch mal sein, dass ich erneut zur Tür gerufen wurde.

Deshalb noch einmal vielen Dank für die Geduld. Jedes Frauchen und Herrchen bekam zu dieser Zeit natürlich auch eine Tüte mit Süßigkeiten von mir. Auch ohne Singen 🙂 .

Ausgemistet – Spenden für Tierheim Bettikum

Das gehört auch zu den schönen Arbeiten eines Tierarztes. Alles was so an Körben, Decken und sonstigen Spenden der Besitzer in der Tierarztpraxis angefallen sind, zusammensuchen und dann zum Tierheim bringen.

Heute war es mal wieder so weit. Der Raum, in dem ich die Spenden aufbewahre, war voll bis oben hin.

Vorab ein großes Dankeschön an alle Spender.

Das Tierheim freut sich sehr über Spenden. Die Spenden die angesammelt wurden gingen heute zum Tierheim Bettikum. Tierheim Bettikum ist ein örtliches Tierheim, zuständig für den Kreis Neuss.

Ich muss immer wieder staunen, was für einem Idealismus die Menschen des Tierheims haben. Hut ab und Respekt.

Ich hoffe, ich konnte mal wieder ein wenig helfen.

Wenn nun jemandem der Gedanke kommt, er wolle auch helfen, dann rufen Sie doch mal Ihr örtliches Tierheim an und fragen z.B. nach einer Patenschaft oder nach der Möglichkeit die Hunde gassi zu führen. Es wird sich bestimmt etwas finden, was Sie machen können.

Ihr Dr. Dirk Nösler

Frau fassungslos Teil 2

Ich wollte ja noch berichten, wie es mit dem Hund war, von dem ich in Teil 1 (Frau fassungslos) geschrieben habe.

Heute war er wieder in meiner Praxis zum Impfen. Wir waren gewappnet. Er zeigte aber heute ein ganz anderes Verhalten als vor einigen Tagen. Nicht mehr sein Frauchen war mit, sondern sein Herrchen. Es war ein himmelweiter Unterschied. Der Hund wusste sofort wo es lang ging. Wir haben zwar sicherheitshalber doch einen Maulkorb angezogen, aber ich bin mir sicher, wir hätten ihn nicht gebraucht. Denn das Herrchen strahlte eine ganz andere Autorität aus, als das Frauchen vor ein paar Tagen.

Man sieht, durch das Ändern des Auftretens des Besitzers, ändert sich auch das Verhalten des Tieres. Man meint, es sei doch nichts neues, aber es gibt genug Besitzer, die sich nicht so verhalten bzw. nicht so verhalten können oder wollen. Aber manchmal sind es eben nur Kleinigkeiten, die das Leben mit Tieren leichter und schöner machen.

H1N1 Virus bei Katze gefunden

Seit es die Infektion mit H1N1 gibt, gab es noch keinen Fall einer Ansteckung bei einer Katze. Nun berichtet gestern am 04.11.2009 die American Veterinary Medical Association aus Amerika (AVMA) in einem auf Ihrer Homepage veröffentlichten Artikel von einem Fall einer Katze, die sich mit diesem Virus  (H1N1) der Grippe angesteckt hat. In Amerika wird von der AVMA darauf aufmerksam gemacht, dass jeder Tierbesitzer aufmerksam seine Tiere beobachten sollte und bei Veränderungen den Tierarzt aufsuchen sollte.

Den Originalartikel finden Sie hier

Frau fassungslos

Heute musste ich eigentlich beim Hund nur eine Impfung machen. Also wollte ich vorab den Hund klinisch untersuchen. Aber so weit kam ich erst gar nicht. Ich stellte mich hinter den Hund und wollte das Fieberthermometer in den Anus stecken. Aber das wollte der Hund nicht. Er fuhr herum und stand zähnefletschend vor mir. Die Besitzerin war fassungslos und stand wie angewurzelt in der Praxis. Die Kunden müssen mich im Wartezimmer deutlich gehört haben. Ich habe mich nämlich deutlich mit dem Hund „unterhalten“ und habe ihn glücklicherweise in den Platz bekommen. Er kannte zum Glück schon diesen Befehl. Die Besitzerin war ganz blass. Denn sie erzählte mir, dass sie kleine Kinder hätte und sich natürlich nun Gedanken wegen der Kinder macht. Ich konnte ihre nur raten: Keine (Klein)Kinder alleine mit dem Hund in einem Raum lassen.

Die Impfung haben wir verschoben. Ich hätte natürlich auch mit Maulkorb weiter arbeiten können und den Hund impfen können, aber ich bin der Meinung, dass der Hund genug erlebt hat. Er musste sich mir unterordnen – einem Fremden. Das war genug für den Hund.

Die Impfung haben wir verschoben auf nächste Woche.

Ich werde berichten, wie es dann abgelaufen ist.

Teebaumöl ist für Katzen gefährlich

Seit Jahren mache ich Katzenbesitzer darauf aufmerksam, dass Teebaumöl gefährlich für Katzen sein kann. Hierzu habe ich einen intessanten Artikel von Dr. Manfred Stein gefunden: Katzenkiller Teebaumöl.

Dr. Manfred Stein beschreibt ausführlich die Wirkungsweise von Teebaumöl bei Katzen. Und weist darauf hin, wie gefährlich Teebaumöl für Katzen sein kann.

Hinweise für einen Hundekauf

Viele sind immer noch der Meinung, dass man besser ein Tier von einem Züchter holen sollte, als aus dem Tierheim. Doch die Tierheime sind voll und wären über jede Vermittlung dankbar. Die Beweggründe für einen Hund von einem Züchter zu holen sind unterschiedlich.

Als Begründung höre ich häufig folgendes:

  • man kennt die Vorgeschichte des Hundes nicht
  • ich möchte einen jungen Hund haben
  • das Tier könnte krank sein
  • ich möchte ein Rassetier haben
  • etc

Alles Gründe die ich natürlich erst einmal akzeptiere. Doch sollte man immer zuerst in das Tierheim gehen und schauen, ob es nicht einen Hund gibt, der zu einem passen könnte. Und wenn dann zur Zeit kein passender Hund im Tierheim ist, dann sollte man sich überlegen, ob man nicht noch ein wenig mit der Anschaffung wartet, bis der richtige Hund im Tierheim ist.

Wer sich dann einen Hund anschaffen möchte, ob beim Rassezüchter, im Tierheim oder über Bekannte, sollte, um späteren Ärger zu vermeiden, zur Sicherheit den gesundheitlichen Zustand des Vierbeiners überprüfen.

Neben der Checkliste, die einen Anhaltspunkt über die Gesundheit geben soll, sollten Sie sich unbedingt den Impfpass zeigen lassen. Fragen Sie auch nach, mit welchem Präparat der Hund entwurmt wurde. Fragen Sie bei Ihrem Tierarzt nach, ob der Impfschutz und die Entwurmung ausreichend sind. Lassen Sie sich, wenn möglich auch den Rüden zeigen.

Zur Erleichterung für den Gesundheitszustand hier eine kurze Checkliste:

  • Klare glänzende Augen ohne Ausfluss und Verklebungen
  • Nase ohne Ausfluss und Verkrustungen
  • Fell dicht und glänzend ohne Parasiten, nicht struppig und stumpf
  • Hunde insbesondere Welpen dürfen nicht zu mager aber auch nicht übermäßig fett sein
  • Der Bauch darf nicht aufgebläht sein, Beckenknochen dürfen nicht hervorstehen.
  • Die Ohren sollten sauber sein. Kein strenger Geruch.
  • Die Zähne sollten im guten Zustand sein, Zahnfleisch und Zunge rosa
  • Der Afterbereich sollte sauber und nicht verklebt sein
  • Ein gesunder Hund ist neugierig, beschnuppert einen und sitzt nicht teilnahmslos in der Ecke.
  • Welpen spielen und balgen mit ihren Geschwistern

Flöhe? Was glauben Sie von mir? Ich putze doch jeden Tag

Manchmal spricht man ein sensibles Thema in der Praxis an. Die Besitzer fühlen sich zumeist sehr schnell angegriffen. Dabei meint man es gar nicht so. Ich habe mir in meiner Praxis auf die Fahne geschrieben: Kunde ist König und keiner wird beleidigt.

Doch manchmal gibt es Situationen, die so gar nicht gewollt sind.

Ein Beispiel: Da kommt eine Besitzerin zu mir mit Ihrer Katze (kann auch ein Hund sein) und sagt, dass ihr Tier sich die ganze Zeit juckt. Der erste Gedanke von mir sind natürlich Parasiten und ganz vorne stehen die Flöhe. Ich untersuche die Katze und werde auch sofort fündig. Ich finde Flohkot auf der Katze und auch prompt einen Floh. Ich gebe der Besitzerin die Diagnose: Fohdermatitis. Ihre Katze hat Flöhe.

Der Besitzer fühlt sich wie mit dem Hammer auf den Kopf gehauen und sagt entrüstet, schon ein wenig zickig: Ich habe keine Flöhe, ich putze jeden Tag, bei mir ist es sauber. Und die Katze kommt gar nicht raus. Wie können Sie nur behaupten ich sei unsauber. Dabei hab ich das überhaupt nicht gedacht schon gar nicht ausgesprochen. Aber eine kleine bist große Fohinvasion in der Wohnung hat nichts mit Sauberkeit zu tun. Ich versuche der Besitzerin das zu erklären: Flöhe vermehren sich sowohl in Wohnungen, die regelmäßig gesaugt werden als auch in Wohnungen in denen man es nicht so streng mit dem Saugen nimmt. Aber gerade in Wohnungen, in denen viel gesaugt wird, verteilen sich die Flöhe deutlich besser, da die Eier hinten am Staubsauger wieder ausgeblasen werden und so Raum für Raum verteilt werden. Und wie viel Flöhe sich auf einmal in der Wohnung befinden können kann man sich ja selbst schnell ausrechnen. Jeder Floh legt ca. 50 Eier pro Tag ab und aus diesen Floheiern schlüpfen wieder 50 Flöhe, die wieder 50 Eier pro Tag ablegen und so weiter. Es kommt zu einer massiven Vermehrung, denn Flöhe finden, auch im Winter, extrem gute Bedingungen in der Wohnung vor, in der sie sich wunderbar vermehren können. Auch die ersten Anzeichen werden nicht ernst genommen. Da hat man ein paar Stiche am Körper und sagt sich: Sind ja nur ein paar Mückenstiche, aber in Wahrheit sind es Flohstiche die nicht erkannt worden sind und so hat der Floh einen massiven Entwicklungsvorsprung den man schwer wieder einholen kann. Es reicht nur ein Besuch bei einem Bekannten oder eine Fahrt mit der Straßenbahn und schon kann ein Floh sich auf einen setzen, den man dann mit nach Hause nimmt, der sich dann wunderbar vermehren kann.

Nun zurück zu der Frau. Als sie das hörte, wurde sie auf einmal sehr still und zeigte mir ihre Stiche an den Beinen. Ich sagte: Das sind typische Flohstiche. Mehrere Stiche nebeneinander sprechen zumeist für Flohstiche. Wie lange haben sie die schon? Einige Wochen antwortete die Besitzerin. Ich musste innerlich schmunzeln, denn die Frau hatte kein Problem mit mir, sondern mit ihrer Wohnung, ihren Stichen, ihren Flöhen.

Im Endeffekt entschuldigte sich die Frau bei mir, dass sie so zickig zu mir war. Sie ging mit großen Problemen nach hause. Ich gab ihr vorweg noch Anweisungen wie sie sich zu verhalten hat und was zu tun ist, aber glücklich war sie dennoch nicht. Aber nicht mehr sauer auf mich.

Was man auch sagt, es muss wohl überlegt sein, denn sonst wird schnell etwas hinein interpretiert, was man gar nicht wollte.