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Der normale Wahnsinn an einem Wochenende mit Notdienst

Heute war es mal wieder soweit. Ein ganz normales Wochenende einer Tierarztpraxis. Eben der ganz normale Wahnsinn. Eigentlich wollte ich ein gemütliches Wochenende verbringen. Etwas lesen und ein wenig Fernsehen. Aber dazu kam es nicht. Ein Notfall jagte den anderen. Was zur Folge hatte, dass ich so gegen 02:30 ins Bett konnte bis dann um 04:00 Uhr erneut das Telefon klingelte.

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Tierärzte können (fast) alles

Ich habe länger über den Titel nachgedacht. Aber habe keinen besseren gefunden und er passt ja auch irgendwie.

Man erlebt schon viel in der Tierarztpraxis. Neulich war ein Kunde bei mir, der wollte einfach nicht zum Arzt um sich die Fäden aus einer Kopfnaht ziehen zu lassen. Er kam schnurstracks zu mir und sagte: Das können Sie doch auch! Zum Arzt muss ich sonst wieder so lange mit dem Bus fahren.

War schon ein komisches Gefühl. Normal hat man tierische Patienten und da hatte man plötzlich einen Menschen vor sich, den man behandeln sollte. Das ist schon eine verkehrte Welt.

Euer Dr. Dirk Nösler

Als Tierarzt lebt man gefährlich

Heute war ein Tag, der mir wieder mal zeigt, wie aufmerksam man sein muss wenn man mit Tieren umgeht.

Selbst so banale Dinge wie ein Tier wiegen kann gefährlich werden.

Das hat sich heute wieder gezeigt. Ich gehe mit den Tieren recht locker um. Sie bekommen nur im absoluten Extremfall eine Zwangsmaßnahme, sprich z.B. Maulkorb. Deshalb schaue ich mir auch z.B. die Hunde erst einmal an. Lass sie von der Leine und können bei mir in der Praxis „Zeitung lesen“ sprich schnuppern, wer schon da war. Da mache ich mir schon mein erstes Bild. Der Hund natürlich auch von mir. So lerne ich die Tiere kennen und die Tiere mich. Wenn es möglich ist, bekommen die Patienten auch noch ein Leckerchen, damit eine gewisse Vertrauensbasis, wenn auch nur sehr klein, geschaffen wird.

Aber heute war es kein Hund, sondern eine Katze. Eine kleine muntere süße Katze. Doch diese Katze hatte ihren eigenen Willen. Sie wollte nicht auf dem Arm bleiben. Aber das zeigte sie mir nicht erst durch Fauchen sondern sie griff sofort durch. Ein voller Kratzer durchs Gesicht und knapp am Auge vorbei.

Man kann das natürlich Berufsrisiko nennen, aber ich nenne es einfach Unachtsamkeit. Ich habe nicht aufgepasst und habe nicht auf die Verspannung auf meinem Arm reagiert. So muss ich das sehen und will damit sagen. Auch wenn eine Katze nicht faucht und sofort kratzt, so zeigt sie auf die eine oder andere Art doch eine Abwehrhaltung und warnt uns mit ihrer Körpersprache. Aber die habe ich heute zu spät wahrgenommen.

Nun laufe ich als Strafe mit zwei oder drei können aber auch vier sein (ich weiß es nicht so genau) Kratzern im Gesicht herum.

Die Besitzerin hat sich laufend für ihr Tier entschuldigt, aber sie kann ja wirklich am wenigsten dazu.

In diesem Sinne

Euer Dr. Dirk Nösler

Mein lieber Putzteufel

Heute möchte ich über meinen lieben „Putzteufel“ scheiben. Eine Praxis kann nicht ohne die Menschen im Hintergrund funktionieren. Deshalb möchte ich heute meinem lieben langjährigen „Putzteufel“ eine Laudatio widmen.

Sie putzt nicht mit Canosan
und nicht mit Lebertran,
sondern mit Sagrotan. 🙂

Sie macht es gut wie im flug.
Ist mein Putzteufel der ist gut.
Wischt mit Feudel,
das macht sie gut.

Täglich ist sie da.
Putz hie und da.
Reine machen macht sie super stark.

Warum nenn ich sie so liebevoll meinen Putzteufel? Weil das Wort Putzfrau so abgedroschen ist und auch für mich abwertend klingt und Reinemachfrau sich so komisch für mich anhört.

Warum schreib ich über meinen Putzteufel?
Weil Sie sich in meiner Praxis für Ihre Dienste verdient gemacht hat. Natürlich ist nicht immer alles perfekt. Sicherlich muss ich hier und da noch mal Hand anlegen, wenn es z.B. um Spinnen geht. Spinnen ist bei uns das leidige Thema. Gerade im Sommer, wenn sich die Spinnen häufen, dann bleibt mal die eine oder andere sitzen. Nicht aus Tierliebe wie ihr schon erahnt, sondern aus Angst vor Spinnen. Aber im Große und Ganzen ist sie ein super Putzteufel. Nun muss ich aber aufhören mit dem Loben, sonst verleiht diese Lobhymne noch Flügel :-), wenn sie es lesen sollte.

Stressfreie Weihnachtszeit und Silvesternacht

Katze Hund Weihnachten

Es dauert nicht mehr lange und wir haben Weihnachten und kurz drauf Silvester. Was für viele etwas erfreuliches ist und zum Feiern animiert, kann für manche zu einer wahren Qual werden. Viele Tiere reagieren mit ihrem Verhalten ängstlich auf Weihnachten und Silvester. Bekenken Sie, die Tiere hören zumeist deutlich besser als wir und nehmen so Geräusche lauter wahr. Denken Sie auch an die Tiere, wenn Sie die Musik bis zum Anschlag drehen.

Die Angst auf Silvester ist aber vielfach ein selbst hergestelltes Problem. Wie häufig höre ich, dass mir Besitzer sagen: Es wird Jahr für Jahr immer schlimmer mit seinem ängstlichen Verhalten auf Silvester. In den meisten Fällen wird dem Hund das Verhalten über die Jahre unbewusst antrainiert. Wenn Sie auch so ein Problem haben, dann gehen Sie zu einem Tierarzt, oder einem „Hundepsychologen“ der sich mit solch einer Problematik auskennt. Seien Sie sich aber bewusst, dass ein auf Silvester ängstlich gewordener Hund Monate braucht, bis er seine Angst vor Silvester verliert.

Was kann ich denn selbst gegen diese Angst vor Silvester tun? Wie kann ich die Angst lindern?

  • zwei Wochen vor Silvester bringen Sie den D.A.P. – Zerstäuber für Hunde oder den Feliway Zerstäuber für Katzen in dem Raum an, in dem sich Ihr Hund oder Katze am meisten aufhält und in dem Ihr Tier Silvester verbringen wird.
  • Am Tag auf Silvester geben Sie am späten Nachmittag Ihrem Hund oder Katze eine ordentliche Portion kohlenhydratreiches Futter, damit er über Nacht einen vollen Magen hat (verzichten Sie darauf, falls Ihr Hund bei Angstzuständen zu Durchfall neigt). Falls nötig, sollte dies die einzige Mahlzeit an dem Tag sein, um einen guten Appetit zu gewährleisten.
  • Bringen Sie Ihren Hund oder Katze in den Raum mit dem D.A.P Zerstäuber bzw Feliway Zerstäube. Geben Sie ihm sein Lieblingsspielzeug und dunkeln den Raum ab. Duch die Verdunklung werden Lichtblitze fern gehalten, die den Hund zusätzlich ängstigen könnten.
  • Lassen Sie Musik laufen. Vorzugsweise Lieder mit einem regelmäßigen Rhythmus. Es muss nicht laut sein. Wichtig ist ein gleichbleibender Takt.
  • Reagieren Sie selbst nicht auf die Geräuschkulisse zu Silvester und versuchen Sie Ihren Hund zum Spielen zu animieren.
  • Ignorieren Sie das ängstliche Verhalten Ihres Hundes oder Ihrer Katze.

Ich wünsche allen schöne Weihnachtstage und einen guten Rutsch ins neue Jahr 2010. Bleiben Sie gesund.

Glück beim Autounfall – Leuchthalsband hätte geholfen.

Hund mit SchalHeute morgen war ein Hund bei mir in der Tierarztpraxis, der, als es noch dunkel war, angefahren worden ist. Der Autofahrer hat den Hund in der Dunkelheit einfach nicht gesehen. Die Mutter berichtete mir, dass sich ihr Sohn höllische Vorwürfe macht, dass er nicht aufgepasst hat.

Der Hund zeigte keine äußeren Anzeichen einer Verletzung. Nach Aussage der Besitzerin ist manchmal nur ein leichtes Humpeln zu sehen. Wir haben dann den Hund geröntgt und es stellte sich glücklicherweise heraus, dass nichts gebrochen war und auch sonst keine inneren Verletzungen vorhanden waren. Der Hund hatte richtig viel Glück gehabt.

Nun stelle ich mir jedes Mal die Frage, wie man solche Unfälle vermeiden kann. Können wir etwas tun, damit solche Unfälle nicht mehr passieren.

Ja, wir können. Es gibt verschiedene Möglichkeiten den Hund sichtbar zu machen.

Man kann den Hund z.B. mit Reflektoren ausstatten. Nachteil kann sein, dass die Reflektoren nicht vom Scheinwerferlicht erfasst werden, da der Hund sich noch im Feld oder auf dem Bürgersteig, ausserhalb der Fahrbahn aufhält und so zu spät gesehen wird.

Mein Favorit sind Leuchthalsbänder für Hunde. Sie leuchten ständig und sind auch schon von weitem erkennbar. In meiner Praxis habe ich mir verschiedene Leuchthalsbänder angeschaut und habe mir meinen Favoriten rausgesucht. Das Leuchtie Leuchthalsband ist für mich das beste Leuchthalsband, welches ich bei mir in der Praxis hatte. Es funktioniert ohne Schalter und ist wasserfest. Es leuchtet sehr hell und für jeden ist eine Farbe dabei. Das Leuchtie Leuchthalsband gibt es in den Farben rot, grün, gelb und weiß. Warum ich es favorisiere? Es ist ausgestattet mit einer innovativen Technik. Da hat wirklich jemand mal mitgedacht.

Das Leuchtie besitzt keinen Schalter zum Ein- bzw. Ausschalten. Ein einfaches Drehen des Leuchthalsbandes schaltet das Leuchtie ein. Eine doppelte Abdichtung sorgt dafür, dass die Batterien gegen Wasser geschützt sind. Die Verarbeitung ist deutlich besser als bei den anderen Leuchthalsbändern, die ich in der Praxis getestet habe.

Katzenbrunnen? Oder was tun, wenn die Katze zu wenig trinkt?

Katzen sind Tiere, die von Natur aus dazu neigen wenig zu trinken. Katzen sollten aber pro kg Körpergewicht ungefähr 60 bis 80 ml am Tag trinken.

Aktive Katzen haben einen höheren Trinkbedarf, als weniger aktive Katzen. Die Temperatur spielt natürlich auch eine große Rolle. Im Sommer trinken Katzen deutlich mehr als im Winter.

Auch kommt es auf die Art der Fütterung bei Katzen an. Wenn Katzen Trockenfutter fressen, sollten Katzen deutlich mehr trinken, als Katzen, die Feuchtfutter bekommen. Denn Feuchtfutter besteht von natur aus schon aus ungefähr 80 % Wasser, sodass die Katzen zumeist ihren Flüssigkeitsbedarf schon über das Feuchtfutter decken.

Da Katzen in der Regel schlechte Trinker sind, sollte bei Katzen, die Trockenfutter fressen, vermehrt darauf geachtet werden, dass sie genug trinken. Manche Katzen sind einfach „trinkfaul“. Ein schnöder Trinknapf reicht ihnen meistens nicht aus. Ich spreche aus Erfahrung mit meinen zwei Stubentigern. Die trinken seit ich einen Katzenbrunnen habe, deutlich mehr.

Das war auch nicht gerade einfach, einen stabilen, gut aussehenden und gut zu reinigenden Katzenbrunnen zu bekommen. Den Katzenbrunnen, den ich meinen Katzen gekauft habe, ist aus Keramik und schon von mehreren Tierärzten empfohlen worden. Der ausschlaggebende Punkt für mich war aber die Stabilität, weil aus Keramik und die hervorragende Möglichkeit, den Trinkbrunnen zu reinigen. Er kann einfach in die Spülmaschine gestellt werden.

Ich bin mit diesem Trinkbrunnen sehr zufrieden.

Hund mit Tumor

Heute war ein Hund mit einem bösartigem Tumor im Maul bei mir in der Tierarztpraxis. Er wurde schon einmal vor Monaten daran operiert. Doch diese Tumore sind zumeist sehr bösartig und kommen sehr schnell wieder. So auch in diesem Fall. Der Hund hatte erneut starke Wucherungen im Maul und alles war sehr empfindlich. Schon das Essen eines Schweineohres bereitete ihm sehr große Schwierigkeiten. Es fing sofort an zu bluten.

Die Besitzer wissen es und ich weiß es auch. Die gemeinsame Zeit mit dem Hund ist leider absehbar. Denn noch eine Operation wollen die Besitzer nicht mehr. Das kann ich auch nachvollziehen.

Mir tut es immer wieder weh zu sehen, dass einem die Hände gebunden sind und man sich nur als Trost sagen kann: Der Hund ist alt, er hat ein glückliches Leben gehabt. Doch was nützen dem Besitzer diese Sätze? Nichts, denn mit dem Hund werden Gemeinamkeiten gehen. Der Besitzer wird eien Partner verlieren.

Es ist leider nicht immer zufriedenstellend. Es tut einem dann auch ein wenig weh.

Seelsorge am Telefon

Das Zuhören gehört bei mir auch dazu. So wie die Tage. Da rief mich jemand an, der einfach nur reden wollte. Der Anrufer klagte mir sein Leid und ich hörte zu. Dem Anrufer ging es weniger um das Tier. Er wollte einfach mal ernst genommen zu werden. Das Tier war nur der Vorwand. Nun kann man sagen, die sollen sich an die Kirche wenden oder an eine andere soziale Einrichtung. Aber für mich gehört ein nettes Gespräch mit zum Tierarztleben. Wer Tierarzt sein will, der muss nicht nur gut behandeln können und wie ein Roboter agieren, der muss auch menschlich sein und zuhören können. Mir macht der Beruf gerade deshalb sehr viel Spass.

Danke an Frauchen und Herrchen

Gestern war, wie ich schon geschrieben habe, St. Martin. Und ich möchte allen Herrchen und Frauchen ein großes Danke aussprechen, dass sie gestern Geduld mit mir hatten.  Es lief nämlich folgendermaßen ab:

Ich war in der Behandlung und es schellte. Draußen fingen die Kinder an zu singen. Ich also zur Tür, mir den Gesang angehört. Dann die Kinder gelobt für einen super Gesang. Tüten mit den Süßigkeiten und Mandarinen gegeben. Dann wieder zum zu behandelnden Tier. Es konnte auch mal sein, dass ich erneut zur Tür gerufen wurde.

Deshalb noch einmal vielen Dank für die Geduld. Jedes Frauchen und Herrchen bekam zu dieser Zeit natürlich auch eine Tüte mit Süßigkeiten von mir. Auch ohne Singen 🙂 .