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Frau fassungslos Teil 2

Ich wollte ja noch berichten, wie es mit dem Hund war, von dem ich in Teil 1 (Frau fassungslos) geschrieben habe.

Heute war er wieder in meiner Praxis zum Impfen. Wir waren gewappnet. Er zeigte aber heute ein ganz anderes Verhalten als vor einigen Tagen. Nicht mehr sein Frauchen war mit, sondern sein Herrchen. Es war ein himmelweiter Unterschied. Der Hund wusste sofort wo es lang ging. Wir haben zwar sicherheitshalber doch einen Maulkorb angezogen, aber ich bin mir sicher, wir hätten ihn nicht gebraucht. Denn das Herrchen strahlte eine ganz andere Autorität aus, als das Frauchen vor ein paar Tagen.

Man sieht, durch das Ändern des Auftretens des Besitzers, ändert sich auch das Verhalten des Tieres. Man meint, es sei doch nichts neues, aber es gibt genug Besitzer, die sich nicht so verhalten bzw. nicht so verhalten können oder wollen. Aber manchmal sind es eben nur Kleinigkeiten, die das Leben mit Tieren leichter und schöner machen.

Warum ist das Chippen so wichtig?

Glücklicherweise hat sich das Chippen (Kennzeichnen) des Tieres durchgesetzt und das Tätowieren abgelöst. Nur leider passiert es all zu häufig, dass man ein gefundenes Tier in der Tierarztpraxis hat, das zwar gechippt ist, aber nirgends registriert ist. Laut Tasso (Zentrale Registrierungsstelle im Internet) glauben 20 % der Besitzer, die Ihr Tier kennzeichnen lassen, dass es auch automatisch registriert wird. Leider ist dem nicht so, da es ein Service des Tierarztes ist, wenn er das entsprechende Tier auch registriert. Bei mir in der Praxis wird jedes Tier automatisch per Internet bei der Tasso registriert. Aber das ist ein reiner Service. Wenn Sie Ihr Tier bei einem Tierarzt registrieren lassen, fragen Sie nach, ob es auch automatisch durch den Tierarzt registriert wird. Sie sollten nach der Registrierung nach ungefähr 3 Tagen eine Bestätigung der Tasso erhalten.

Eine Registrierung ist wichtig. Denn nur ein Tier, das auch registriert ist, kann in einem Notfall auch zurückvermittelt werden.

Durchschnittliche Suchzeiten für Tiere (laut Tasso)

-Katze:
registriert: 1,5 Wochen
nicht registriert: geringe Chancen auf Rückvermittlung

-Hund
registriert: 4 Tage
nicht registriert: 6 Wochen und mehr

Lösung:
Chip + Registrierung = Sicherheit für Ihr Tier

Bedenken Sie diese Sicherheit gibt es kostenlos und das sollte es Ihnen wert sein. Bitte erkundigen Sie sich bei jeder Kennzeichnung, ob das Tier auch registriert wird.

Ich drücke allen Tierbesitzern die Daumen, dass solch ein Fall nie eintritt, in der man die Hilfe der Tasso benötigt.

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Tasso e.V.
Frankfurter Str. 20
65795 Hattersheim

Telefon: 06190.93 73 00

E-Mail: info@tasso.net

Internet: www.Tasso.net

Frau fassungslos

Heute musste ich eigentlich beim Hund nur eine Impfung machen. Also wollte ich vorab den Hund klinisch untersuchen. Aber so weit kam ich erst gar nicht. Ich stellte mich hinter den Hund und wollte das Fieberthermometer in den Anus stecken. Aber das wollte der Hund nicht. Er fuhr herum und stand zähnefletschend vor mir. Die Besitzerin war fassungslos und stand wie angewurzelt in der Praxis. Die Kunden müssen mich im Wartezimmer deutlich gehört haben. Ich habe mich nämlich deutlich mit dem Hund „unterhalten“ und habe ihn glücklicherweise in den Platz bekommen. Er kannte zum Glück schon diesen Befehl. Die Besitzerin war ganz blass. Denn sie erzählte mir, dass sie kleine Kinder hätte und sich natürlich nun Gedanken wegen der Kinder macht. Ich konnte ihre nur raten: Keine (Klein)Kinder alleine mit dem Hund in einem Raum lassen.

Die Impfung haben wir verschoben. Ich hätte natürlich auch mit Maulkorb weiter arbeiten können und den Hund impfen können, aber ich bin der Meinung, dass der Hund genug erlebt hat. Er musste sich mir unterordnen – einem Fremden. Das war genug für den Hund.

Die Impfung haben wir verschoben auf nächste Woche.

Ich werde berichten, wie es dann abgelaufen ist.

Backpulver kaufen als Abschreckung gegen Hundekot

Es war einmal ein Hundebesitzer bei mir in der Praxis, der mir sagte, er wolle sich Backpulver kaufen. Ich fragte Ihn, was er damit tun möchte? Nun ja, sagte er. Ich habe ja auch selber einen Hund und bin auch sehr tierlieb. Aber ich bin auch Gärtner. Am Wochenende arbeite ich gerne im Garten und muss leider sehr häufig in Hundehaufen reinfassen. Das ist unangenehm und stinkt, sagte er. Da gebe ich Ihnen Recht anwortete ich Ihm. Aber wofür kaufen Sie das Backpulver? Ich werde mir Backpulver kaufen sagte er, um die in meinen Garten machenden Hunde abzuschrecken. Wenn das nächste Mal ein Hundebesitzer an meinem Garten vorbei geht und dann das weiße Backpulver sieht, was ich dann entlang meines Gartens verstreut habe, dann wird jeder Hundebesitzer denken, es sei Gift und wechselt die Stassenseite. Dadurch habe ich den Garten frei von Hundekot.

Im Grunde finde ich Backpulver kaufen zur Abschreckung in Ordnung. Aber ich appeliere an alle Hundebesitzer, die nicht den Kot ihrer Tiere weg machen, dies zu machen. Denn wer schon einmal in Hundekot gefasst hat, der weiß wie unangenehm dies sein kann. Warum muss man erst zu solchen Mitteln greifen? Warum können Hundebesitzer nicht Rücksicht auf andere Menschen nehmen?

Auch wenn es nur Einzelfälle sind. Aber ein Einzelfall würde mir auch reichen und jedem Anderen auch.

Flöhe? Was glauben Sie von mir? Ich putze doch jeden Tag

Manchmal spricht man ein sensibles Thema in der Praxis an. Die Besitzer fühlen sich zumeist sehr schnell angegriffen. Dabei meint man es gar nicht so. Ich habe mir in meiner Praxis auf die Fahne geschrieben: Kunde ist König und keiner wird beleidigt.

Doch manchmal gibt es Situationen, die so gar nicht gewollt sind.

Ein Beispiel: Da kommt eine Besitzerin zu mir mit Ihrer Katze (kann auch ein Hund sein) und sagt, dass ihr Tier sich die ganze Zeit juckt. Der erste Gedanke von mir sind natürlich Parasiten und ganz vorne stehen die Flöhe. Ich untersuche die Katze und werde auch sofort fündig. Ich finde Flohkot auf der Katze und auch prompt einen Floh. Ich gebe der Besitzerin die Diagnose: Fohdermatitis. Ihre Katze hat Flöhe.

Der Besitzer fühlt sich wie mit dem Hammer auf den Kopf gehauen und sagt entrüstet, schon ein wenig zickig: Ich habe keine Flöhe, ich putze jeden Tag, bei mir ist es sauber. Und die Katze kommt gar nicht raus. Wie können Sie nur behaupten ich sei unsauber. Dabei hab ich das überhaupt nicht gedacht schon gar nicht ausgesprochen. Aber eine kleine bist große Fohinvasion in der Wohnung hat nichts mit Sauberkeit zu tun. Ich versuche der Besitzerin das zu erklären: Flöhe vermehren sich sowohl in Wohnungen, die regelmäßig gesaugt werden als auch in Wohnungen in denen man es nicht so streng mit dem Saugen nimmt. Aber gerade in Wohnungen, in denen viel gesaugt wird, verteilen sich die Flöhe deutlich besser, da die Eier hinten am Staubsauger wieder ausgeblasen werden und so Raum für Raum verteilt werden. Und wie viel Flöhe sich auf einmal in der Wohnung befinden können kann man sich ja selbst schnell ausrechnen. Jeder Floh legt ca. 50 Eier pro Tag ab und aus diesen Floheiern schlüpfen wieder 50 Flöhe, die wieder 50 Eier pro Tag ablegen und so weiter. Es kommt zu einer massiven Vermehrung, denn Flöhe finden, auch im Winter, extrem gute Bedingungen in der Wohnung vor, in der sie sich wunderbar vermehren können. Auch die ersten Anzeichen werden nicht ernst genommen. Da hat man ein paar Stiche am Körper und sagt sich: Sind ja nur ein paar Mückenstiche, aber in Wahrheit sind es Flohstiche die nicht erkannt worden sind und so hat der Floh einen massiven Entwicklungsvorsprung den man schwer wieder einholen kann. Es reicht nur ein Besuch bei einem Bekannten oder eine Fahrt mit der Straßenbahn und schon kann ein Floh sich auf einen setzen, den man dann mit nach Hause nimmt, der sich dann wunderbar vermehren kann.

Nun zurück zu der Frau. Als sie das hörte, wurde sie auf einmal sehr still und zeigte mir ihre Stiche an den Beinen. Ich sagte: Das sind typische Flohstiche. Mehrere Stiche nebeneinander sprechen zumeist für Flohstiche. Wie lange haben sie die schon? Einige Wochen antwortete die Besitzerin. Ich musste innerlich schmunzeln, denn die Frau hatte kein Problem mit mir, sondern mit ihrer Wohnung, ihren Stichen, ihren Flöhen.

Im Endeffekt entschuldigte sich die Frau bei mir, dass sie so zickig zu mir war. Sie ging mit großen Problemen nach hause. Ich gab ihr vorweg noch Anweisungen wie sie sich zu verhalten hat und was zu tun ist, aber glücklich war sie dennoch nicht. Aber nicht mehr sauer auf mich.

Was man auch sagt, es muss wohl überlegt sein, denn sonst wird schnell etwas hinein interpretiert, was man gar nicht wollte.

Ein Hund wird leider zum Modetier

Immer wieder kommt es dazu, dass ein Tier zu einem Modetier wird.  Die Folgen sind unkritischer Kauf des Tieres und die Massenzüchtung von dem entsprechenden Modetier. Beispiele hierfür gibt es in der Vergangenheit viele. Eins aus der Vergangenheit sind die Dalmatiner, die während des Disneyfilms 101 Dalmatiner auf den Top 1 lagen. Heute sei nur der Hund Bo genannt, der zur Zeit wohl bekannteste Hund der Familie Obama. Bo ist ein portugiesischer Wasserhund (Cão de Água Português) der leider auf Grund des Bekannheitsgrades von Barack Obama zu solch einem Modehund geworden ist.

Doch beachten Sie immer, dass eine Anschaffung eines Tieres auch Verantwortung mit sich bringt. Bitte informieren Sie sich erst, bevor sie sich ein Tier wie den portugiesischen Wasserhund von Barack Obama anschaffen.

Denn nur all zu oft landen gerade diese Modetiere auf kurz oder lang im Tierheim.

Ich kann auf folgenden sehr guten Filmbericht des ZDF.Umwelt vom 03.05.2009 verweisen in dem Frau Elke Deininger vom Tierschutzbund interviewt wird:  Wasserhund wird zum Modetier

Ein Telefon gibt die Diagnose

Im Sommer kam ein Hund zu mir in die Praxis, der leicht taumelte. Der Besitzer dachte schon an einen Gehirnschlag. Doch alle Symptome die er zeigte sprachen nicht dafür. Wir haben geröntgt, ein Blutbild gemacht, haben alles mögliche getan um herauszufinden was mit dem Tier war. Doch wir kamen zu keinem Ergebnis. Alle Ergebnisse zeigten: Das Tier ist gesund. Aber irgendetwas musste es ja sein. Ein Fall, der für mich sehr unbefriedigend war. Die ganze Untersuchung dauerte insgesamt fast zwei Stunden. Wir vermuteten schon einen Hitzschlag, doch dafür hatten wir auch nicht all zu viel Anhaltspunkte, denn der Hund war nur kurz im Garten um sein Geschäft zu machen. Auch wenn es sehr heiß war an diesem Tag, für einen Hitzschlag war der Hund zu kurz draußen.

Das Telefon des Besitzers klingelte und als er auflegte sagte er mit einem schmunzeln: Ich weiß was der Hund hat. Ich muß Ihn wohl angeschaut haben wie ein Auto. Er ist betrunken, sagte der Besitzer. Ich konnte ihm fast nicht glauben. Aber er sagte: Er hat die angegorenen Pflaumen auf unserer Terasse gefressen. Meine Frau hatte die Pflaumen in die Sonne gestellt und der Hund hat die durch die Hitze gegorenen Pflaumen gefressen.

Ich musste schmunzeln und sagte dem Besitzer nur, dass er wohl morgen einen dicken Kopf haben wird.

Ich musste mal wieder feststellen, dass es manchmal doch besser wäre, wenn Tiere sprechen könnten, dann brauch man kein Telefon um eine Diagnose zu bekommen. Und ich hätte das Lallen des Hundes im Alkoholrausch gehört.

Gespräch nach einer Kastration

Heute habe ich eine Kastration bei einem Hund durchgeführt. Nicht, dass das eine Besonderheit ist, aber man kam nach der Kastration ins Gespräch und ich wurde von der Besitzerin gefragt, ob der Rüde sich beim Pinkeln nun wie eine Hündin hinsetzt und nicht mehr das Bein hebt. Wenn das der Fall ist, sagte die Besitzerin, dann lass ich meinen Mann auch kastrieren, weil er sich dann auch beim Pinkeln auf die Toilette hinsetzen wird.

Eine Geschichte, die ich als Mann nicht so witzig fand 😉

Aber wo sie recht hat, hat sie recht

Arbeiten an einem Sonntag

Heute war mal wieder der normale sonntägliche Wahnsinn. Eigentlich hatte ich vor ein wenig länger im Bett liegen zu bleiben und einfach mal auszuspannen. Doch dem war leider nicht so. Um 08:00 Uhr ging das Telefon. Ein Notfall. Am Telefon wurde mir nur gesagt, es sei ein Tumor, der von gestern auf heute gewachsen sei. In der Stimme des Tierbesitzers hörte man förmlich die Angst um sein Tier. Ich machte also sofort einen Termin in der nächsten halben Stunde fest und trafen uns dann an der Tierarztpraxis. Weinend und besorgt um das Tier traf der Besitzer pünktlich in der Praxis ein. Es war ein gerade geschlechtsreifer Rüde von 7 Monaten. Ich fragte, wo denn der Tumor sitzen würde. Am Geschlechtsteil bekam ich zur Antwort. Da musste ich ein wenig schmunzeln, denn der Tumor entpuppte sich als ganz normale Körperfunktion. Ich erklärte dem Besitzer, dass das ganz normal sei. Ihr Hund sei eben nur ein wenig erregt. 🙂 Ich fragte, ob bei Ihnen eine heiße Hündin in der Nachbarschaft sei. Ich bekam sofort ein lautes ja. Sehn sie, dass ist der Grund für diese Schwellung.

Als der Besitzer das hörte, musste er auch lauthals lachen. Man sah förmlich wie seine Besorgnis um seinen Hund von ihm abfiel.

Auch wenn das heute gut ausgegangen ist, so muss man die Sorge und Angst der Tierbesitzer immer ernst nehmen, denn beim nächsten Mal kann es schon sehr viel ernster sein.