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Eine brenzlige Situation

Es gibt Situationen, die muss man nicht umbedingt haben. Da war ich auf einem Hausbesuch bei einem bissigen  Rottweiler-Mischling. Der wurde auch zumeist im Zwinger gehalten und ließ sich nicht so ohne weiteres behandeln. Also gaben wir dem Hund Beruhigungsmittel. Nach einer halben Stunde lag der Hund friedlich schlafend in seinem Zwinger (so dachten wir) und haben es gewagt die Zwingertür zu öffnen. Doch so schnell, wie die Tür offen war, war sie auch wieder zu. Der Hund stand zähnefletschend vor einem. Doch als die Tür wieder zu war, viel der Hund wie ein nasser Sack wieder in sich zusammen und schlief.

Da ging es nur noch mit Narkose.  Der Hund konnte behandelt werden und wir haben auch gleichzeitig noch den Zahnstein entfernt. Später hat sich herausgestellt, dass der Hund so agressiv war, weil er Schmerzen hatte. Als wir dann eine Behandlung mit Schmerzmitteln begonnen haben, wurde der Hund auch deutlich ruhiger und konnte ohne Narkose behandelt werden. Aber zu dem Zeitpunkt, als er Schmerzen hatte, hat eine reine Beruhigung bei ihm nicht geholfen. Es war schon eine brenzlige Situation, die man nicht immer haben möchte.

Man muss in jeder Situation immer auf der Hut sein. Ansonsten läuft man Gefahr verletzt zu werden.

Der Tierarztberuf ist nicht immer ungefährlich aber sehr aufregend.

Hund eingeschläfert

Heute war ein besonders trauriger Tag für mich.

Ich musste einen Hund einer guten Freundin von seinen Schmerzen erlösen. Auch wenn er schon 18 Jahre alt war und es richtig war, dass er eingeschläfert werden musste, so war es doch besonders traurig, da ich den Hund schon lange kannte. Es war ein kleiner Wonneproppen. Und wenn man ihn noch vor einigen Monaten gesehen hätte, dann hätte man nicht so schnell damit gerechnet. Doch nun fraß er nicht mehr, war abgemagert (jede einzelen Rippe konnte man sehen), hatte eine vergrößerte Leber sowie eine Niereninsuffizienz  und konnte kaum noch laufen. Er tat mir richtig leid. Aber wie das mit dem Alter so ist. Das Alter ist schneller als manche Jugend. Die Zeit verstreicht eben viel viel schneller.

Das ist die Kehrseite, die traurige Seite, eines Tierarztberufes. Auch wenn man sich vom Kopf her sagt: Es war richtig und vernünftig dies zu Tun, aber in mir leben eben zwei Seelen. Einmal die Kopfseite und die Bauchseite. Und der Bauch hat geschrieen. Der Kopf hat sachlich gearbeitet. Aber immer trennen kann man das eben nicht. Deshalb ist man auch bei solchen Angelegenheiten sehr traurig und nimmt dies auch mit nach Hause.

Der lachende Hund

Heute war es mal wieder sehr schön. Ein Tag der alles hatte, was man sich als Tierarzt so wünscht.

Heute war ein Hund bei mir, der gelacht hat. Viele würden nun sagen: Ein Hund der lacht? Das gibt es nicht. Aber ich habe Ihn kennengelernt. Er hieß Fritz, ein Border Collie und er hat mich angelacht. Er hat sich gefreut bei mir in der Tierarztpraxis zu sein. Es gab Leckerchen von mir und er freute sich. Ich glaube er hat danke gesagt. Ist es nicht schön so unbescholten ein lächeln zu bekommen? Das zeigt mir immer wieder, dass sich dieser Beruf  lohnt. Nicht nur das die Besitzer glücklich sind, danke sagen und einen anlachen, nein, auch ein Hund macht es und das noch natürlicher als irgendein Mensch ohne irgendeinen Hintergedanken.

Es war ein schöner Tag  🙂